Arzneipflanze des Jahres 2026
Ausschlaggebend für die Wahl war neben der reichhaltigen Geschichte nicht zuletzt die grundsätzliche Neubewertung durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Eine neue Monografie der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) wird in Kürze erwartet. Die aktualisierte HMPC-Monographie von 2025 unterscheidet zwischen gut etabliertem Gebrauch und Traditionellem Gebrauch. Als gut belegte Anwendung gilt die Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit [HMPC 2025].
Für den traditionellen Gebrauch werden fünf Indikationen genannt: (1) Linderung der Symptome der Reisekrankheit, (2) symptomatische Behandlung leichter, krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden einschließlich Blähungen und Flatulenz, (3) vorübergehende Appetitlosigkeit, (4) Linderung leichter Gelenkschmerzen sowie (5) Linderung von Erkältungssymptomen. Die letzten drei Indikationen wurden in der Revision 2025 neu aufgenommen [HMPC 2025]. Ingwer fördert die Speichel-, Magensaft- und Gallensekretion und regt die Darmperistaltik an. Außerdem mindert er Völlegefühle nach zu reichlichem Essen. Ingwer hindert die Prostaglandinsynthese und dadurch Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen.
Quellen:
EMA/HMPC/885789/2022, Revision 1, Mai 2025
HMPC. Assessment report on Zingiber officinale Roscoe, rhizoma. EMA/HMPC/765220/2022, Revision 1, Mai 2025
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20.01.2026 / Aktuelle Information / Arzneipflanze des Jahres 2026 / Naturheilpraxis / Sabine Sohnius / Heilpraktikerin / Hilden