Chinesische Medizin
Sabine Sohnius

Tipps zum Frühling

Die 3 Monate des Frühlings bringen neues Leben in alle Dinge der Natur. Es ist die Zeit der Geburt. Auch wir fühlen uns nach dem Winter wie neugeboren. Alles sprießt und beginnt zu blühen. Bezogen auf unser ganzes Leben entspricht der Frühling der Kindheit. Kinder tollen gerne herum. Auch wir sollten uns jetzt viel bewegen, auch Spaziergänge im Wald unternehmen. Das frische Grün der Blätter tut den Augen gut. Wir sollten früh aufstehen und früh schlafen gehen. Die Tage sind ja noch kurz. In der Chinesischen Medizin entspricht der Frühling den Organsystemen Leber und Gallenblase. Die Leber ist unser größter Blutspeicher und in ihr finden mannigfaltige Auf- und Abbauprozesse statt, also mit andern Worten sehr viel Bewegung – wie das Sprießen im Frühjahr.

Die Energieleitbahn der Gallenblase verläuft über die Seiten des Körpers und sie liebt es besonders im Frühling gedehnt zu werden.

Das kann mit folgender Übung geschehen: die Gallenblasenmeridianstreckung:

  • Schulterbreit stehen, Füße parallel, Arme hängen locker neben dem Körper, Blick nach vorne
  • Rechte Hand nach oben strecken, Kopf dabei nach links drehen und nach oben schauen, durch die Nase einatmen
  • Hand zurückführen, Handfläche zeigt nach unten, Blick nach vorne, durch die Nase ausatmen
  • Linke Hand nach oben strecken, Kopf dabei nach rechts drehen und nach oben schauen, durch die Nase einatmen
  • Hand zurückführen, Handfläche zeigt nach unten, Blick nach vorne, durch die Nase ausatmen
  • Zum Abschluss Arme wieder locker neben dem Körper hängen lassen und nachspüren

9 x zu jeder Seite ausführen, besonders gut als Start in den Tag.

Die Gallenblase schenkt uns Mut und Selbstvertrauen und hilft uns unseren Raum einzunehmen und zu behaupten.

Da der Frühling die Zeit des Jahres ist in der die Bewegung nach oben und außen wichtig ist (so wie die Pflanzen sich nach oben und außen verbreiten), ist es auch die Zeit in der wir uns vor Stagnation schützen müssen. Es ist die beste Zeit für Massage und Selbstmassage.
Alle Energieleitbahnen entspringen oder enden an den Fingern und Zehen und beeinflussen als Endpunkte die gesamte Energieleitbahn. Durch eine morgendliche und abendliche Massage der Finger- und Zehenspitzen unterstützen wir den freien Fluss des Qi, unserer Lebensenergie.

Unser Essen in dieser Jahreszeit sollte leichter und einfach zu verdauen sein, wie beispielsweise Spargel, Mangold, Rucola (Garten-Senfrauke), neue Kartoffeln und Eier, unterstützt mit pikanten Gewürzen und Kräutern.

Ein leichter Tee, der im Frühling über Tag getrunken werden kann, besteht in der Kombination von Pfefferminz und Zitrone (mit Schale), wenn möglich aus frischen Pfefferminzblättern und mehreren Scheiben Zitrone. Beides mit kochendem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen. Gesüßt werden kann bei Bedarf mit ein wenig Honig.

Ein bekanntes Rezept zur Stützung der Leber, das in China bei erhöhtem Cholesterin empfohlen wird:

Man lasse 50 g Polenta (Maismehl) in 250 ml kochendes Wasser unter ständigem Rühren einrieseln und verrühre gleichmäßig zu einem Brei. Eine halbe Stunde lang ausquellen lassen und mit 1 EL Sesamöl und einer Prise Salz würzen.

Anwendung: täglich, für 6 Wochen bis 3 Monate

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20.03.2019 / Aktuelle Information / Tipps zum Frühling / Naturheilpraxis / Sabine Sohnius / Heilpraktikerin / Hilden